Warum eine Trauertherapie?

Eine Verlusterfahrung wirft unseren Alltag aus der Bahn, sodass wir dessen alltägliche Herausforderungen kaum bewältigen können. Oft hilft eine Trauerbegleitung im Umgang und bei der Verarbeitung von Tod und Verlusten, um in einen geordneten Alltag zurückzufinden. Es kommt jedoch vor, dass sich dieser Prozess sehr lange hinzieht oder scheinbar kein Fortschritt erzielt wird. Dann kann eine Psychotherapie bei Trauer und Verlusten sinnvoll sein, um die Trauer tiefgreifender zu bearbeiten.

Was kann den Trauerprozess behindern?

Wie lange sich der Trauerprozess hinzieht hängt von vielen Faktoren ab. Eine wichtige Rolle spielt die individuelle Geschichte mit dem Verstorbenen sowie die emotionale Bindung zu diesem. Der Verarbeitungsprozess beim Verlust des eigenen Kindes beispielsweise nimmt in der Regel deutlich mehr Zeit in Anspruch, als andere Verlustereignisse.

Neben den individuellen Umständen der Beziehung zum Verstorbenen spielt auch die Art des Verlustereignisses eine Rolle. Besonders emotional aufreibende Ereignisse wie Tötungsverbrechen, Suizid oder Vermisstenfälle fordern ebenfalls oft mehr Zeit für die Verarbeitung.

Verlustereignisse können außerdem nicht aufgearbeitete traumatische Erfahrungen , die mit dem eigentlichen Verlust gar nichts zu tun haben, wieder aufleben lassen und in den Vordergrund rücken und so den Trauerprozess blockieren.

Worum geht es in der Trauertherapie?

In der Trauertherapie geht es darum, Ihnen Raum und Zeit für Ihre Trauer und ihre Gefühle zu geben, sie in der schweren Zeit der Neuorientierung zu stabilisieren, die Trauer in Ihr Leben zu integrieren und Sie zu erkennen lassen, dass das Leben trotz Verlust weitergehen kann.

 

Das was bleibt sind die Erinnerungen und Erfahrungen mit dem Verstorbenen und Sie können lernen, diese Erinnerungen positiv in Ihr Leben zu integrieren.

 

 

 

Was erwartet Sie in der Trauertherapie?

In den Therapiesitzungen analysieren wir Ihre Situation, sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit, sowie Ihre Beziehung zur verstorbenen Person. Ziel ist es dabei Ihre Gefühle und Gedanken greifbar zu machen, um diese einordnen zu können. Auch alte Wunden und Traumata, welche die Verarbeitung Ihrer Trauer erschweren, können wir so herausarbeiten.

Mit Hilfe der klaren Sicht auf Ihre Gefühls- und Gedankenwelt können wir anschließend die Themen aufarbeiten und einen für Sie passenden Umgang mit dem Tod und der Trauer finden.

Neben unseren Gesprächen können weitere Elemente eingebunden werden, z.B:

  • Erinnerungsrituale
  • Abschiedsrituale
  • Erstellen eines Trauertagebuchs & einer Erinnerungskiste
  • Entspannungsübungen
  • Aromatherapie
  • kreative Ausdrucksmöglichkeiten z.B. durch Malen, Erstellen von Collagen, Musik, Schreibmethoden, Texte
  • Symbolarbeit und Rituale
  • Systemische Therapie
  • Biographiearbeit

Arbeitsweise in der Trauertherapie

In der Psychotherapie bei Trauer und Verlusten kommen verschiedene Elemente aus einer Vielzahl an Therapiemethoden zum Einsatz. Neben der klassischen Gesprächstherapie hilft beispielsweise die Gestalttherapie Ihre Trauer sichtbar zu machen und dieser einen Ausdruck zu geben. Die Systemische Therapie unterstützt durch die Aufstellung von Blockaden, Gefühlen oder Traumata mit Hilfe von Figuren ein klares Bild der Zusammenhänge zu erzeugen. Übungen und Techniken aus der Traumatherapie, wie beispielsweise das Setzen von Ankern, stabilisieren Sie in Zeiten, wenn Ihre Trauer überhand nimmt.

Der Fokus in der Trauertherapie liegt dabei stets auf Ihren individuellen Bedürfnissen und Affinitäten.